Znin

Żnin – eine Stadt mit 14.000 Einwohnern, die an den Seen Żnińskie Dużym und Małym gelegen ist.


Geschichte von Żnin

Besichtigung von Żnin, Wenecja und Biskupin

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Geschichte von Żnin

Im 12. Jh. gab es in Żnin eine Kastellanwürde. Seit der ersten Hälfte des 12. Jhs. bis zum Jahr 1772 befand sich hier das Zentrum der Landgüter der Erzbischöfe von Gnesen. Um das Jahr 1263 hat die Siedlung die Stadtrechte bekommen. Im Jahre 1331 wurde die Stadt von Kreuzrittern zerstört. Das zweite Mal wurde Żnin im 14. Jh., während der Schlacht am Nałęczów und Grzymalitów zerstört. Die Entwicklung der Stadt haben die Kriege mit Schweden unterbrochen, die Żnin zum Ruin gebracht haben. Nach dem Jahr 1772 wurde die Stadt preußisch. Während der Erhebung von Kościuszko im Jahre 1794 fanden rund um die Stadt Kämpfe statt. Die Bewohner der Stadt haben aktiv am Völkerfrühling des Jahres 1848 und im Großpolnischen Aufstand der Jahre 1918 und 1919 teilgenommen. Bis zum Jahr 1950 gehörte die Stadt zur Poznaner Wojwodschaft Posen und seit dem zur Bydgoszczer Woiwodschaft.

Besichtigung von Żnin, Wenecja und Biskupin

Żnin


Unseren Stadtrundgang beginnen wir mit der gotischen Pfarrkirche des Heiligen Florian, die am Anfang des 15. Jh. gebaut wurde. Die Kirche liegt in der św. Floriana-Straβe. Zum Bau der Kirche hat man Granitsteine eines romanischen Vorgängerbaues verwendet. Ein solcher Stein wurde in die Nordwand der Kirche eingebaut und hat einen eingravierten Reiter. Im Jahre 1692 brannte die Kirche nieder. Ihr Wiederaufbau dauerte sehr lange. Ihre heutige Gestalt hat sie in den Jahren 1793 bis 1795 durch einen vom Bischof Stanisław Łubieński durchgeführten Umbau erhalten. Im Innenraum der Kirche gibt es eine spätgotische Pieta und eine Kreuzigungsgruppe, die sich am Regenbogen-Bogen aus dem 16. Jh. befindet.
Gegenüber der Kirche, in der 700-lecia-Straβe Nummer 24 befindet sich der ehemalige Bischofshof aus dem 17. Jh. mit einem klassizistischen Portal und einem Säulengang aus dem 18. Jh., der „Sufragania” genannt wird. Auf dem Portal gibt es ein Wappen des Bischofs Stanisław Łubieński, der den Hof am Ende des 18. Jhs. umgebaut hat. Heute sind hier Schränke, liturgische Kirchengewänder, sakrale Bilder und Bildhauerei ausgestellt, die zum Museum der sakralen Kunst in Żnin gehören.
Nicht weit von der Kirche gehen wir am Professor Jan Śniadecki-Denkmal (1756-1830) vorbei, der in Żnin geboren wurde, des Bruders von Jędrzej Śniadecki. Das Denkmal wurde im Jahre 1963 aufgestellt und vom Professor J. Kopczyńskiego entworfen. Der Professor und Rektor der Universität zu Wilno wurde in stehender Gestalt dargestellt. Wir gehen die Florian-Straβe weiter und kommen zu der Lewandowski-Straβe und biegen rechts ab. Die Lewandowski-Straβe führt zum Działowy Platz, wo wir in die Śniadeckich-Straße abbiegen. Links befindet sich die neogotische Kirche NMP Królowej Korony Polskiej / Heilige Maria Königin der Polnischen Krone aus dem Jahre 1909. Der Kirchenbau wurde für die evangelische Gemeinde gebaut. In der Kirche befindet sich ein Barockgemälde der Gottes Mutter mit dem Kindchen – der Königin von Polen aus der zweiten Hälfte des 17. Jhs., das auch als das Gemälde der Gottes Mutter des Ganges/Matki Boskiej Gankowej bezeichnet wird. Das Bild hat einst im Kreuzgang des Dominikaner-Klosters gehangen, davon kommt sein Name.
Wir gehen in Richtung Süden und bald kommen zum Zentrum der Stadt. Am Wolności Platz Nr 1 / Freiheitsplatz Nr 1, im Magistratgebäude aus dem Jahr 1906 mit Neorenaissance- und neogotischen Merkmalen befindet sich das Museum des Pałuki Landes. Im Museum gibt es feste Ausstellungen: Geschichte der Druckerei in Żnin und Ethnographie von Pałuki . Am Museum ist eine Galerie unter dem Namen Tadeusz Małachowski tätig. In der Mitte des Platzes erhebt sich ein gotischer Rathausturm aus dem 15. Jh., die einzigen Überreste des Rathauses. Die Bastei, wie man sie umgangssprachlich nennt, ist auch die Stelle des Pałuki-Museum mit festen Ausstellungen zur Geschichte der Stadt und herausragender Menschen von Żnin. Wir verlassen den Platz durch die Sądowa-Straβe. Auf der Grünanlage des Stadtparks in der Sądowa-Straße steht ein Denkmal von Fryderyk Chopin aus dem Jahr 1923. Das Denkmal stellt den sitzenden Komponisten dar. Es wurde für den Gutsbesitzer Wiesław Tuchołki aus Marcinkowo von dem Bildhauer Jakub Juszczyk gemacht. Zum 700-jährigen Jubiläum der Stadt hat man das Denkmal nach Żnin versetzt
Wenn Sie ein bisschen Zeit finden, können Sie vom Weg abweichen und die Sienkiewicza-Straβe entlang gehen, durch die Szpitalna-Straβe zur Mickiewicza-Straβe, wo sich unter der Nummer 22a ein Wasserturm befindet. Von dort aus kann man das wunderschöne Panorama von Żnin bewundern. Im Innenraum des Wasserturmes kann man sich nicht nur Ausstellungen ansehen, sondern auch nach dem langen Spaziergang etwas Warmes essen.
Mit Żnin ist ein Ausflug mit einer Kleinbahn nach Wenecja und nach Biskupin verbunden. Dazu gehen wir zum Bahnhof der Bezirkbahn in Żnin, die sich in der Potockiego-Straße Nummer 4 befindet. Die ersten Eisenbahnlinien Żnin – Biskupin – Rogowo und Biskupin – Szelejewo wurden in den Jahren 1893 bis 1894 eingerichtet. Die Spurbreite beträgt 600 mm. Beide Linien haben ca. 28 km Länge. Sie dienten hauptsächlich dazu, Rüben und andere Feldfrüchte zu transportieren. Aber auch Menschen wurden mitgenommen. Für eine kurze Zeit war das Liniennetz fast 80 km lang. Im Jahre 1962 hat man die Personenfahrt eingestellt, sie wurde wieder eingeführt, nachdem ein Museum der Kleinbahn eröffnet wurde. Die geschieht aber nur in der Saison und nur auf der Strecke Żnin – Wenecja – Biskupin – Gąsawa.

Wenecja


Wir steigen in Wenecji aus, dort befindet sich im Zentrum das Museum der Kleinbahn – eine Abteilung des Museums des Pałuki-Landes. Die Sammlungen des Museums bestehen aus 17 Lokomotiven (mit der ältesten aus dem Jahr 1899), 60 verschiedenen Schienenfahrzeugen (Verbrennungslokomotiven, verschiedene Typen von Personenwagen). Das Freilichtmuseum wurde in Anlehnung an den Bahnhof und seiner technischen Infrastruktur gebaut. Die Sammlungen in Wenecja sind ohne Zweifel eine groβe touristische Attraktion im europäischen Maβstab.



Vom Freilichtmuseum aus sind die Ruinen der Burg „Krwawego Diabła Weneckiego” von Mikołaj Nałęcz zu sehen. Die gotische Burg wurde im Jahre 1390 vom Richter von Kalisz, Mikołaj Nałęcza aus Chomiąż, gebaut. Die Festung wurde aus Steinen und aus Granitfelsstein errichtet, in den oberen Partien aus Ziegeln. Die Burg steht auf dem Grundriss eines Vierecks, mit einem Wehrturm an der nordöstlichen Ecke und dem Zugangstor im mittleren Teil des südlichen Flügels. Fünf Jahre später, im Rahmen der inneren Kämpfe zwischen großpolnischen Stämmen: Nałęczów und Grzymalitów wurde die Burg beschädigt. Seit dem Jahr 1420 verwendete der nächste Besitzer die Burg, der Erzbischof Mikoła Trąba, und zwar als Gefängnis für Priester. Der nächste Besitzer, Erzbischof Jakob von Sienna löste das Gefängnis im Jahre 1461 auf und befahl die Festung zu zerstören, die noch bis zum Jahr 1511 benutzt wurde. Seit dieser Zeit blieb die Burg eine Ruine. Es sind groβe Partien der Mauern aus Stein und Ziegel, mit deutlichen Resten der Inneinteilung erhalten geblieben.

Biskupin


Die nächste Haltestelle ist Biskupin. Das Archäologische Museum von Biskupin umfasst eine rekonstruierte Wehrsiedlung aus der Zeit der Lausitzer Kultur vor etwa 2700 Jahren. Biskupin wird deshalb auch das polnische Pompeji genannt.
Die Siedlung hat der ortsansässige Lehrer Walenty Szwajcer im Jahr 1933 entdeckt, der über seiner Entdeckung den Professor Józef Kostrzewski aus Posen informierte. Ein Jahr später hat mit Ausgrabungen angefangen, die man nach dem Ausbruch des II. Weltkrieges zunächst einstellte. Nach dem Krieg hat man mit den Arbeiten wieder angefangen und bis zum Jahr 1974 fortgesetzt. Man hat den überwiegenden Teil der Siedlung frei gelegt. Aufgrund der Untersuchungen des Holzes, das man zum Bau der Siedlung benutzte, hat man festgestellt, dass die Siedlung auf der Halbinsel beim Biskupieńskie See  um das Jahr 740 v. Chr. angelegt wurde. Sie hatte über 100 Häuser, die in 13 Reihen entlang von „Straßen” standen. Jede Straβe war 2,5 Meter breit und mit Holz ausgelegt. In der Wehrsiedlung, die 150 Jahre lang besiedelt wurde, konnten gleichzeitig über 1000 Personen leben. Die ganze Siedlung wurde von einem hölzernen Schutzmauer mit einer Länge von ca. 460 Meter, einer Breite von 3,5 Meter und einer durchschnittlichen Höhe von 6 Meter umgeben. Zusätzlich wurde die Siedlung in Biskupin von einem Schutzvorrichtung mit 2 bis 9 Meter Breite gesichert, die aus schief eingeschlagenen Pfählen bestand. Ein Teil ist erhalten geblieben.

Die Besucher können die Ausstellung „Die Welt der Geschichte am See von Biskupin ” besuchen und die Wehrsiedlung mit rekonstruierten Abschnitten der Wehrmauern, Häusern, Straßen, Palisaden und dem Eingangstor besichtigen. Der archäologische Bezirk in Biskupin ist als Denkmal der Geschichte Polens anerkannt.
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